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pfeif auf das hohe C

Exilkabarett aus der Nazizeit zwischen Moskau und Paris - oder: Gesänge hinter Gittern und Dazwischengefunktes aus dem Äther

Als die Nazis in Deutschland die Macht übernahmen, gab es im Kleinkunstkeller bald nichts mehr zu lachen. Die Mehrzahl der Kabarattisten ging aus politischen und rassischen Gründen verfolgt ins Exil oder wurde mundtot gemacht. Im Kleinkunstkeller geht’s ums Überleben. Es gibt versteckte Pointen und geflüsterte Witze, Exilkabaraett zwischen Moskau und Manhattan oder Gesänge hinter Gittern und Dazwischengefunktes aus dem Äther.

“Ich singe nicht laut, ich sing vor mich hin,Gerti435
nicht etwas aus Furcht, wo denken Sie hin,
nur weil ich so furchtbar vorsichtig bin.”

“Die Welt für die wir gearbeitet haben und der wir angehörten, existiert nicht mehr” - so Kurt Tucholsky im schwedischen Exil. “Davon geht die Welt nicht unter” - sang Zarah Leander, das Idol einer ganzen Generation, während des 2. Weltkrieges in der Unterhaltungsindustrie.

Für die Machthaber war das Ziel klar: Künstler auf der Kleinkunstbühne - harmlos. Es entstanden eine Flut von Flüsterwitzen, jene Blitzableiter für den Volkszorn. Der Witz als Überlebenschance, Kabarett als Stimmungsdroge im Konzentrationslager und an der Front wurde von den Machthabern erst geduldet und später sogar verordnet. Kabarett aus Deutschlands düsterster Zeit von verschiedenen Zeiten aus beleuchtet. Humor lässt manchmal überleben.

Mit Texten und Musik von: Walter Mehring, Erich Weinert, Erich Kästner, Kurt Tucholksky, Hermann Leopoldi, Ralph Benatzky, Leo Strauss. Fritz Grünbaum u.v.a. sowie Briefe von Dietrich Bonhoeffer.

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